Lebenselixier Anerkennung

Sa. 15. Februar 2014, 9.30 bis 14.00 Uhr

Anerkennung ist ein Lebenselixier. Sie wirkt wie ein Wundertrank, der unser Leben erhält. Von der Geburt bis zum Tod sind wir in allen Lebensbereichen auf Anerkennung durch Andere angewiesen.

Anerkennung ist also ein menschliches Grundbedürfnis. Uns verbindet die Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung. Es ist für uns Menschen wesentlich, wahrgenommen und anerkannt zu werden. Anerkennungserfahrungen sind unabdingbar für das Abenteuer unseres Zusammenlebens. Eine  Kultur der Anerkennung steht daher unserer Gesellschaft und Kirche gut zu Gesicht.

Wie sieht sie konkret aus? Darüber wird im Augenblick viel philosophiert und diskutiert. Anerkennung nimmt nicht nur sprachliche und materielle Form an, sie zeigt sich auch in körperlichen Ausdrucksweisen. Anerkennende Worte und Gesten nähren Leib und Seele. Ein wertschätzendes Wort zur rechten Zeit richtet mich auf. Ein liebender Blick schenkt mir Ansehen. Die  Würdigung meiner Person und meines Engagements motiviert mich.

Wie das Lebenselixier Anerkennung Leben und Arbeiten beflügelt – das beleuchten auf unterschiedliche Art und Weise

Dr. Thomas Popp, Prof. für Praktische Theologie an der Evang. Hochschule Nürnberg und Benedigt Anzeneder, katholischer Theologe und Pantomime


Workshops

A Von Anfang an ein anderer Blick

Meist steht am Anfang ein Problem. Wie wäre es, einmal bewusst anders zu beginnen? Nicht mit dem Blick auf die Probleme, Widerstände oder Hindernisse, sondern mit einem Blick auf die bisherigen Erfolge, Ressourcen und Stärken. Das lohnt sich am Anfang von Gesprächen, Prozessen und Projekten. Davon ausgehend lassen sich mögliche Herausforderungen und Probleme anders angehen.

Sie lernen die Methode der „Wertschätzenden Erkundung“ kennen, probieren sie aus, reflektieren ihre Wirkung und entdecken vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – sicher auch für Ihren Tätigkeitsbereich. 

Christine Ursel M.A., Dipl.-Religionspädagogin
Fortbildungsreferentin beim Diakonischen Werk Bayern

B „anerkannt und angesehen“ -  Biblische Erkundungen

Anerkennung spielt in der Bibel eine Schlüsselrolle. Sie ist vom Anfang bis zum Ende gefährdet. Mit Anerkennung auf der einen Seite geht Aberkennung auf der anderen Seite einher. In diesem Spannungsfeld braucht es den Zuspruch: „weil du in meinen Augen so wertgeachtet bist …“

Beide Seiten - die Vergewisserung und Gefährdung von Anerkennung – erkunden wir im Gespräch mit zentralen biblischen Texten.

Dr. Thomas Popp, Professor für praktische Theologie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg

 

C „Hier lässt es sich gut arbeiten“
Anerkennungskultur in Gemeinden und Organisationen

Anerkennung nährt und beflügelt uns, nicht zuletzt auch in der ehren- oder hauptamtlichen Arbeit in Kirchengemeinden und Einrichtungen. Anerkennungskultur meint dabei so etwas wie eine Grund-Strömung, eine anerkennende und wertschätzende Grund-Haltung den anderen gegenüber.
Wie sieht es mit dieser Anerkennungskultur in meiner Gemeinde oder Einrichtung aus? Was gelingt? Was könnte weiterentwickelt werden? Der Workshop lädt ein, Erfahrungen auszutauschen, gibt Hintergrund-Informationen sowie Impulse, um eine stimmige Kultur der Anerkennung zu entwickeln.

Hagen Fried, Dipl.-Religionspädagoge, Supervisor

 

D Ich sehe Dich
- wie wir lernen, Zuwendung zu geben und zu nehmen

Jemand nimmt wahr, dass es mich gibt. Diese Grunderfahrung ist lebensnotwendig. Damit wird ein Hunger gestillt - gleichbedeutend mit Obdach und Nahrung. Im Laufe des Lebens machen wir viele unterschiedliche Anerkennungserfahrungen, hilfreiche und einschränkende. Wir lernen, Anerkennung zu nehmen oder eben nicht an uns heranzulassen. Es fällt uns leicht, anderen Menschen Anerkennung zu geben oder es macht uns Mühe. Wir warten auf Zuwendung oder können darum bitten. Das ,Stroke-Modell' aus der Transkationsanalyse gibt Einblicke in diese Zusammenhänge. Es hilft, sich und andere besser zu verstehen. Und es gibt Impulse für einen heilsamen Umgang damit, Anerkennung zu geben und zu nehmen.

Cornelia Stettner, Diakonin, Supervisorin

 

E Leichtes und Schweres - Anerkennen was ist

Ein Blick baut auf und beflügelt, aber er kann auch niederdrücken und beschweren.

Ähnliches geschieht, wenn wir auf uns selbst, auf unser eigenes Leben schauen. Was sehen wir und wie sehen wir es?  Betrachten wir es liebevoll oder werten wir es ab? Stimmen wir zu oder gehen wir in den Widerstand?  Gerade Lebenssituationen, die sich nicht glatt in den Fluss des Lebens einfügen, die uns herausfordern und an die Grenzen bringen benötigen eine besondere Form der Anerkennung.  Mit Übungen der Achtsamkeit werden wir unsere Blicke genauer betrachten und uns in anerkennender Wahrnehmung üben.

Astrid Seichter Dipl.-Religionspädagogin, Museumspädagogin

 

F Anerkennung von Asylbewerbern

- da denken wir zuerst an ihre juristische Anerkennung. Diese erfolgt aber oft erst nach vielen Jahren und langen Verfahren. Für die meisten bleibt sie ganz aus.

Wie geht es den Menschen, die aus Not, Hunger und Krieg zu uns kommen, während dieser Zeit? Wo finden Sie „Anerkennung“, Wertschätzung, Achtung? Welche Rolle spielen die Ehrenamtlichen, die sie betreuen, dabei? Und wie geht es uns selbst im Kontakt mit diesen Themen?

Diesen Fragen wollen wir nachgehen und nach Quellen der Anerkennung für alle Ausschau halten.

Christine Mößner, Dipl. Sozialpädagogin, Nürnberger Evangelischen Forum für den Frieden  e.V ,Ökumenischen Kirchenasylnetz Bayern